Samstag/Sonntag, 7./8. August 2010

Alpine Tour auf das Fanellhorn (3123 m) – 3000-er über vier Seen

4000er sowie bekannte und namenhafte Gipfel ziehen Wanderer und Bergsteiger magisch an. Aber wer dagegen kennt das Fanellhorn in den Adula Alpen? Wahrscheinlich niemand außer inzwischen den sechs, die sich unter der Tourenleitung von Peter dorthin auf den Weg machten. Und eines kann gleicht gesagt werden: wer noch nie dort war, hat etwas verpasst!

Wir, das sind mit Peter, Eberhard, Hebby, Matthias, Susanne, Uli und Andrea sieben Wanderfreunde/Innen, die sich am 7. August um 7.00 Uhr beim PSV treffen, um zu dieser alpinen Tour in die Schweiz zu starten. Mit zwei Pkws fahren wir in 4 ½  Stunden (incl. ausgiebiger Kaffeepause) bis Vals, Ausgangspunkt unserer 2-tägigen Wanderung.

Das Ziel der Begierde: das Fanellhorn.

Das Fanellhorn, ein Berg in den Adula-Alpen südlich von Vals im Valsertal im Kanton Graubünden, bietet einen eisfreien Aufstieg bis auf 3123 Meter Höhe. Es ist außerhalb Graubündens weniger bekannt (ich hatte vorher noch nie etwas von ihm gehört) und genießt unter den Dreitausendern des Valsertals einen Sonderstatus. Unter den markierten Wanderdreitausendern ist das Fanellhorn die höchste Spitze. Nach Westen bricht es mit einer 400 m hohen Felswand hin ab und bildet eine formschöne Pyramide, die sich über dem Zervreila-Stausee am Talende des Valser Tales auftürmt.

Nach Ankunft in Vals fahren wir mit der Seilbahn nach Gadastatt (1817 m). In 2 ½ Stunden wandern wir bei schönstem Sonnnenschein gemütlich zum Zervreilasee. Der Weg führt vorbei an vielen kleinen Bergbächen und es bietet sich manch wunderschönes Bild. Nach sanften Steigungen und Neigungen bis Frunt folgt ein kurzer steiler Abstieg zum Stausee, dort überqueren wir die 151 m hohe Staumauer und haben das Ziel des heutigen Tages, das Berghotel „Zervreilasee“ (1850 m), erreicht. Nach dem Bezug des 8-Bett Zimmers genießen wir eine Kaffee oder Ovo und einige ein Stück Heidelbeerkuchen. Danach machen wir einen Abstecher zur Zervreilakapelle, welche in Andenken des am Seegrund liegenden überfluteten Dorfes Zerfreila erbaut wurde. Leider hat sie geschlossen. So gehen wir noch ein Stück weiter bis zur Kanalbrücke und genießen die Aussicht über den wunderschön gelegen azurblauen Zervreilasee zum gleichnamigen, sehr markanten Zervreilahorn (2898 m), dem „Valser Matterhorn“.

Nach dem Abendessen genießen wir noch ein Gläschen von dem guten Rotwein, welcher Hebby in seinem riesigen Rucksack mitgeschleppt hat (wir wollen ihm diese Bürde nicht weiter auftragen und erbarmen uns gerne!). Danach begeben wir uns zur Nachtruhe, da um 5.30 Uhr aufstehen angesagt ist.

Nach dem Frühstück starten wir unsere Tour um 7.00 Uhr bei bedecktem Himmel und sind gespannt, ob ein Zugang zum Gipfel möglich ist, da alle umliegenden Berge eine weiße Kappe haben. Wir wandern auf dem Pfad Richtung „Guraletsch-See“ über blühende Almwiesen höher und werden zuerst noch vom bimmeln der Kuhglocken begleitet. Das ein oder andere Murmeltier lässt sich blicken. Danach gehen wir steilere und schroffendurchsetzte Hänge empor und gelangen über kleinere Hangstufen zum Guraletschsee (2409 m). Wir steigen durch ein Trümmermeer auf, ehe es über einen kleinen Altmoränenrücken ins Joch (2712 m) auf das Fanellgrätli geht. Inzwischen scheint auch die Sonne – so wie wir es „bestellt“ hatten. Ab etwa 2.600 Höhenmetern finden wir eine Schneedecke vor. Sie ist nicht geschlossen, aber zum Teil bestimmt 30 cm tief.
Vom Fanellgrätli gehen wir entlang blau-weißer Markierungen zuerst nahe dem Nordostgrad, später durch die Mitte der Ostflanke auf den Gipfel des Fanellhorns. Die Zeitvorgabe mit 1 ¾ Stunden bis zum Gipfel, welche Hebby von einem Läufer aus dem Internet hat, schaffen wir leider nicht, da wir den Düsenantrieb zu Hause vergessen haben. Zudem ist bei dem schneebedeckten Untergrund größte Aufmerksamkeit geboten.

Auf dem Fanellhorn (3123 m) bietet sich uns ein grandioses Rundumpanorama. Wir blicken grenzenlos in die weite, wunderschöne Gipfelwelt hinaus. Das ist einer dieser Momente, wegen derer man überhaupt auf Berge steigt. Nach dem Gipfelfoto und einer längeren Vesperpause machen wir uns an den Abstieg, der bis zum Joch vor dem Fanellgrätli identisch ist. Von hier aus entschließen wir uns auf den Rückweg über das Peilertal. Er führt uns durch ein schönes, sehr einsames Tal über Alpwiesen. Immer wieder hören wir die kurzen, schrillen Pfiffe der Murmeltiere, aber sie sind auf den mit Zwergsträucher bewachsenen Hänge und zwischen den Felsblocks nicht zu erkennen und wahrscheinlich sind sie die Zweibeiner nicht so gewöhnt. Das plätschern des Peiler Baches und der vielen kleinen Bergbäche, die wir immer wieder passieren, begleitet uns bis Inderpeil (1667 m).

Hier bestellt Peter einen Wanderbus, da sich der Weg bis Vals noch ca. 2 Stunden ziehen würde. Wir haben bis dahin gut 1.400 Auf- und über 1.500 Abstiegsmeter hinter uns und sind mit ausgiebigen Trink-, Vesper- und Fotopausen schon über 9 Stunden unterwegs. So schonen wir uns alle noch für die Heimfahrt und überbrücken die Wartezeit bei dem neben der Haltestelle liegenden Kiosk mit einem Erfrischungsgetränke, ehe uns der Wanderbus durch die schöne Schlucht bis zum Parkplatz bei der Talstation in Vals, unserem Ausgangspunkt, bringt.

Unsere beiden Fahrer Peter und Eberhard chauffieren uns souverän nach Hause, mit einem Zwischenstopp zwecks Nahrungsaufnahme (Abendessen). Vielen Dank für das entspannte Autofahren.

Unsrem Tourenführer Peter ein Applaus. Die Tour war Naturgenuss in seiner schönsten Form. Vielen Dank, dass Du uns so ein schönes Wochenende beschert hast.

Andrea Dufner

... natürlich gibt es auch hier reichlich Fotos von der Tour ....

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