Dolomiten-Höhenweg Nr. 1
(„Schuhspannerrundweg“)
1. Tag: 25. August 2001
Der Start unserer beiden Pkw erfolgte um 5:00 Uhr in Freiburg. Die Fahrt verlief ruhig, ganz besonders am Brenner, wo wir ca. 50 min. bei „stop and go“ verloren. Über Handy war der Kontakt zu Hebby hergestellt, der mit seiner Familie aus Venedig kommend, am Pragser Wildsee auf uns wartete. Der besseren Rückfahrt wegen parkten wir zwei Pkw in Toblach, bevor wir am Pragser Wildsee Elvira und die Kinder nach Venedig verabschiedeten; sie und uns sollten am diesem Tage noch 2900 Höhenmeter trennen. Um 14:30 Uhr war es dann soweit und wir begannen, nach kurzem Einlaufen am Seeufer unseren Aufstieg zur Seekofelhütte. Da Peter seinen Schuhspannern den mühevollen Anstieg, wie auch die „Strapazen“ der kommenden Woche ersparen wollte, ließ er sie am See zurück.
Bei herrlichstem Wetter wurden die Ausblicke in die Dolomiten mit zunehmenden Höhenmetern immer grandioser - Riesenfernergruppe mit Hochgall, Drei Zinnen, Zwölferkogel, Sextner Rotwand, Monte Pelmo, Tofane u.a. Um 18:15 Uhr erreichten wir unser heutiges Ziel, die Seekofelhütte, wo wir uns, wegen der im Wind wehenden Gebetsfahnen, nach Nepal versetzt fühlten. Wir bezogen einen Raum für uns alleine und freuten uns über das warme Wasser im ‘Sanitärbereich’. Leider war dieser mit Pippiboxen ausgestattet, welche die Raumnormen für Legehennenboxen stark unterschritten. Ein nepalesischer Koch sorgte für ein gutes und reichhaltiges Abendessen, an das sich einigen Runden UNO anschlossen. In der vergeblichen Hoffnung auf einen schnarchfreien Schlaf gingen wir auf unser Lager, nicht ahnend, daß in dieser Nacht die Sehnsucht nach den zurückgelassenen Schuhspannern aufkeimte.
2. Tag: 26. August 2001
Nach gemütlichem Frühstück verließen wir die Seekofelhütte erst gegen neun Uhr, da wir in Anbetracht des weiteren Tourenverlaufs auf den Aufstieg zum Seekofel einstimmig verzichtet haben. Der wunderbare zarte Morgendunst bestätigte unsere Entscheidung, den Weg am Hausberg vorbei zu nehmen, seine Schichtung und der stufige Aufbau faszinierten uns. Für die Botaniker gab es wieder viele Raritäten zu bewundern, besonders üppig wuchs hier der Eisenhut und als Krönung entdeckten wir Edelweiß, geschmückt mit Gletschernelken. Dieser Anblick ließ die Photographen für das schönste Motiv Schlange stehen. Wir genossen den herrlichen Morgen beim leichten Aufstieg, mit jedem Höhenmeter wuchs das grossartige Bergpanorama mit Croda Rossa, Monte Cristallo und Sorapis als die markantesten Gipfel.
An der Sennes-Hütte vorbei erreichten wir schon vor Mittag die Fodara-Vedla-Hütte für eine zweistündige Rast zum Auftanken und Sonnenbaden – reinste Urlaubsstimmung! Später ging’s dann aber richtig zur Sache. Nach steilerem Anstieg erreichten wir über den Centiero Bancdalse ein mächtiges Felskar. Im ersten Augenblick war ich überwältigt – senkrechte Wände umgaben uns hier. Jetzt war äußerste Konzentration angebracht. Unter den Nordwänden des Castello Bancdalse ging es in Kehren über steile Geröllhänge mit grandiosem Tiefblick in das innere Vallone die Rudo mit dem Pischodelsee.
Der letzte Anstieg zur Fanes-Hütte, unserem Tagesziel, führte durch angenehm kühlen Latschenwald, vorbei an einer entzückenden Sennalm. Vor der Hütte begeisterten zwei kleine Buben mit ihrem Schifferklavierspiel die vorbeiziehenden Wanderer, auch wir verweilten in der fröhlichen Stimmung bei einem Glas Mich.
Am Ziel angekommen, überraschte uns ein attraktives Haus mit Ausblick auf Sella, Tofanen und Zehnerspitze. Ideale Duschmöglichkeiten und Zeit zum Waschen und Ausruhen trugen zu unserem Wohlbefinden bei. In sehr ansprechender Umgebung genossen wir unser Abendessen mit spielerischem Ausklang.
3. Tag: 27. August 2001
Um 8.30 Uhr verlassen wir die Faneshütte und gehen, den Forstweg abkürzend, hinauf zum Limojoch (2.172 m). Von hier bietet sich, schaut man zurück, eine schöne Sicht zur Eisengabelspitze, dahinter das Sennesplateau mit dem plattengepanzerten Seekofel. Vor uns sieht man die Massive der Furcia Rossa, des Monte Cavallo und die, einem Riesenschneckenhaus gleichende, Campestrin-Spitze. Der Weg führt uns weiter über die grasige Passhöhe, vorbei am Limosee zu der auf weitem Wiesenboden gelegenen Großen Fanesalpe, wo wir eine Trinkpause machen. Der breite Karrenweg führt nun in das weite, flache obere Fanestal und in angenehmer Wanderung zum Tagedajoch. Hier wiederum ein schöner Ausblick zur Fanisgruppe und unserem nächsten Aufstieg zur Forc. del Lago.
Zunächst geht es noch auf begrastem Karrenweg durch das breite Lagacotal sanft abwärts, dann über felsdurchsetze Almwiesen, wo schöne Alpenblumen zu sehen sind, vor allem der gelbe Alpenmohn, die Scheuchzers Glockenblume, der Eisenhut mit seinen tiefblauen Blüten und der gelbe Wolfs-Eisenhut, ja sogar das Edelweiß. Dann aber folgt grobblockiges Geröll zur Scharte del Lago hinauf. Der schweißtreibende Abstieg wird nun wieder belohnt mit einer sehr schönen Sicht auf das Lagazuoi-Plateau und die ewig mit Eis und Schnee bedeckte Marmolada. Nach einer kurzen Verschnauf- und Trinkpause steigen wir ebenso steil wieder abwärts durch eine Block- und Geröllrinne, dann über Schutthänge direkt zu dem unterhalb der Scharte gelegenen Lago di Lagazuoi, ein schöner und beliebter Rast- und Badeplatz, wie man schon von oben sehen konnte. Das Wasser zieht natürlich die Badefreudigen besonders an. Als Erster ist Herbert im kühlen Nass, dann folgen ihm Ortrud und Carlo.
Die Stärkung aus dem Rucksack tut aber uns allen gut, zumal der Anstieg zu unserem heutigen Ziel deutlich sichtbar ist. Es gilt nochmals 700 Höhenmeter zu erklimmen, dann ist es geschafft, die Lagazuoi-Hütte ist erreicht. Ihre Lage zählt zu den eindruckvollsten und aussichtsreichsten in den Dolomiten. Nachdem wir etwas ausgeruht haben und erfrischt sind, wollen wir es uns nicht nehmen lassen, den kreuzgeschmückten Gipfel des Kleinen Lagazuoi hinaufzugehen, denn hier hat man eine ausgedehnte Rundschau. Das auffallenste Massiv ist wieder die Marmolada, links davon die Nordwestwand der Civetta, der gewaltige Monte Pelmo, die phantastische Zackenreihe der Croda da Lago und uns direkt östlich gegenüber die Felskolosse der Tofanen. Alle zu nennen würde den Rahmen sprengen. Am späteren Abend genießen wir wieder einmal nicht nur den guten Rotwein, sondern auch eine wunderbare Abendstimmung. Der Himmel und die Berge zeigen sich in den unterschiedlichsten Farben, welche die untergehende Sonne hervorzaubert.
Es war ein anstrengender, aber sehr schöner Tag – Danke Herbert!
4. Tag: 28. August 2001
Der Tag beginnt recht gemütlich, da wir die erste Bahn um 9.00 Uhr vom Rif. Lagazuoi zum Passo Falzarego als Abstiegshilfe in Anspruch nehmen. So ersparen wir unseren Knochen und Gelenken gut 600 m Abstieg. Auf der Paßhöhe folgen wir dem Weg 441 in südöstlicher Richtung, der anfangs über grüne Höhenzüge und bunte Wiesen führt. Der Morgentau glitzert in den Wuschelköpfen der Fruchtstände der Nelkenwurz und es verspricht wieder ein wunderschöner Sommertag zu werden. Die Ausblicke auf Tofane-Gruppe, Sorapis-Massiv, Antelao und Marmolada sind faszinierend. Der Weg führt nun durch felsiges Gelände und mehrere Steilrinnen hinauf zur Forcella Averau, die wir nach einer Stunde erreicht haben. Unter den mächtigen Südwest- und Südabstürzen des Monte Averau führt ein Geröllpfad in die Forcella Nuvolau, in der das Rif. Averau (2413 m) steht. Unter der Bewachung von Rudolf lassen wir hier unsere Rucksäcke zurück und steigen über Schutt und gestuften Fels zum Gipfel des Nuvolau (2574 m) auf. Hier thront das alte, urgemütliche Schutzhaus Rif. Nuvolau, das bereits 1883 gegründet wurde. Der verhältnismäßig schmale Gipfelrücken ist überfüllt von Touristen. Die meisten sind vom Sessellift beim Rif. Scoiattoli aufgestiegen in z.T. abenteuerlichem Schuhwerk der großartigen Aussicht wegen: Marmolada, Rosengarten, Fanis, Tofane, Cristallo, Cadini, Sorapis, Antelao, Pelmo und Civetta sind die herausragenden Gipfel und Massive. Wieder im Rif. Averau angelangt machen wir eine einstündige Mittagspause. Dann gehts bergab, anfangs auf einer Naturstraße, dann über begrünte Karrenflächen immer den Anblick der einzigartigen Cinque Torri vor uns. Besonders beeindruckend ist der Torre Grande, ein 150 m hoher Felsklotz, auf drei Seiten gespalten wie von einer Riesenaxt, sodaß sich drei Gipfel gebildet haben. Das Rif. Cinque Torri ist der Stützpunkt für Wanderer und besonders für Kletterer, von denen wir mehrere in den Felstürmen ausmachen können. Ein kurzes Stück folgt der Wanderweg der asphaltierten Straße, bevor er über Wiesen und durch lichten Wald, später in steilen Kehren hinab ins Val Costeana führt. Die Straße zum Passo di Giau wird gequert; Holzbrücken bringen uns über zwei Wildbäche. Der Hangweg führt anfangs sanft aufwärts durch wunderschönen Nadelwald ins Valle Formin, das von den wilden Zacken der Croda-da-Lago-Gruppe überragt wird. Auf dem grasbewachsenen Waldboden sprießen viele Pilze, die wir zum großen Bedauern der passionierten Pilzsammlerinnen in unserer Gruppe nicht mitnehmen können. Der Wildbach aus dem Valle Formin tost in einer tiefen Felsklamm. Etwas oberhalb der Klamm wird der Bach überschritten und wenig später breiten sich mit Lärchen gesäumte Weiden aus. Dann nimmt die Steilheit des Geländes zu. In zahlreichen Kehren gewinnen wir an Höhe, mühsam und unter der Last der Rucksäcke schwitzend bis endlich ein Sattel erreicht ist. Nun geht es nahezu eben weiter bis wir nach kurzer Zeit am Hochuferrand des Lago di Federa ankommen. Der See liegt etwas tiefer, eingebettet in eine zauberhafte Landschaft. Obwohl seine Ufer z.T. verlandet sind, spiegeln sich die Gipfel der Croda da Lago, gegliedert in Türme, Wände und Zacken, im ruhigen Wasser. Nach insgesamt 7 Stunden, 900 m Aufstiege und 870 m Abstiege erreichen wir das Rif. Croda da Lago (2042 m), einen der schönstgelegenen Stützpunkte in den Bergen um Cortina d’ Ampezzo. Hier ist es nicht so überlaufen und angenehm ruhig. Die alte Gaststube wird am Abend von einem Kachelofen beheizt, dessen angenehme Wärme neben dem guten Essen und Trinken und dem unvermeidlichen UNO-Spiel zu einem gemütlichen Abend beiträgt.
5. Tag: 29. August 2001
Am 5. Tag unserer Wanderung begrüßt uns morgens wieder die Sonne, auch wenn es noch empfindlich kühl ist. Herberts Schuhe werden von den Schraubzwingen befreit, die den Klebstoff zwischen den Sohlen unterstützen mussten, damit er uns heute wieder sicheren Fußes führen kann. Unser Weg geht vom Rifugio Croda da Lago (am Fedara-See) an der Ostseite des Croda-da-Lago-Massivs entlang zur Forcella d’Ambrizzola (2.277m). Herbert entdeckt am Weg in der Morgensonne leuchtend die blaue Alpen-Akelei, die einzige auf der ganzen Tour. Im Rückblick von der Forcella liegt ganz idyllisch unsere letzte Hütte am See, und nach rechts im Tal Cortina am Fuße des Monte Cristallo. Im Blick nach SW und S können wir auch schon unsere nächsten Ziele (Monte Pelmo und Civetta) ausmachen. Wir laufen weiter über die Geröllhalden des Becco di Mezzodi zur Forc. Col Duro und sehen Richtung Cadora-Tal, wie die Morgennebel aus den Seitentälern langsam aufsteigen. Es ist ein großartiges Bild, weil der Himmel darüber so einmalig klar und blau ist und die rauhen Bergmassive rundherum im scharfen Kontrast stehen zu den weichen Nebelkonturen. Wir kommen ins Schwärmen!
An der Malga Palmera bringen wir die Jungbullen auf Trapp, sie kommen ein Stück im Laufschritt mit. Als es ihnen zu stressig wird, brüllen einige hinter uns her und wenden sich wieder dem Fressen zu. An der Forc. Roan hat man einen schönen Blick auf die Marmolada und den Monte Pelmo. Wie geniessen das in Verbindung mit einer kleinen Trinkpause. Ein ganz moderater Spazierweg führt durch ein Lärchenwäldchen langsam abwärts zum Rifugio Citta di Fuime (1.918 m). Die vielen schönen Goldröhrling-Pilze müssen wir leider stehen lassen, weil wir nicht wissen, ob die nächste Hüttenwirtin sie uns zubereiten würde. So ein Jammer! Da wir ausreichend Zeit haben, gibt’s wieder eine kurze Pause. Im weiteren Abstieg zur Forc. Staulanza laufen wir durch einen Irrgarten von Latschenkiefern am Auslauf riesiger Geröllhalden am Fuße des Monte Pelmo. Die vielen roten Markierungspünktchen erinnern an den roten Faden der Ariadne. Etwas später, am Passo Staulanza (1.788 m) steht ein schönes Gasthaus, das zur Mittagspause einlädt. Es ist so sonnig und heiß, dass wir den Schatten suchen. Wer aus dem Rucksack vespert macht seine Siesta unter einer großen Lärche auf der Wiese gegenüber.
Nach einem Kilometer abwärts auf der Teerstraße schauen wir zurück auf den Monte Pelmo: ein riesiger, imposanter Klotz! Über eine Forststraße mit staubendem Autoverkehr kommt man zur Malga Vescova (1.722 m), wo wir frische Milch und Käse kaufen und auch gleich genießen. Dann geht’s knackig bergauf über einen Trampelpfad durch die Wiesen; zwischen Col di Baldi und Roa Bianca über Wiesenpfade zur Forc. d’Alleghe (1.816 m). In der Nähe ist ein großer Parkplatz, sodass uns nun Massen von Sandalen-Touristen „Überfallen“, die recht ungläubig an unseren großen Rucksäcken heraufschauen. Na ja, ein bisschen Bewunderung tut auch mal gut.
Es ist noch immer sehr sonnig und heiß. Eine erneute Trinkpause tut uns gut, denn jetzt kommt der letzte Anstieg des heutigen Tages zur Coldai-Hütte. Ein breiter Karrenweg führt in großen Kehren (natürlich mit Abkürzungswegen) an der Ostflanke des Monte Coldai langsam nach oben bis 2.123 m. Es scheint, als ducke sich die Hütte in den Schutz der bizarren Felsen des Civetta-Massivs. Wir fühlen uns wohl in dem geräumigen Haus, bei den netten Wirtsleuten. Der Wein ist preiswert und verschönt uns das „Uno“-Spiel.
Nach sechs Stunden Gehzeit mit 850 Höhenmeter im Aufstieg und 760 Metern in Abstiegen lässt sich gut schlafen. Der traumhafte Sonnentag in der herrlichen Bergwelt erinnert an den Gospelsong: „oh Hebby day“! Gute Nacht!
6. Tag: 30. August 2001
Nach dem Programm stand am 6. Tag eine Etappe mit einer reinen Gehzeit von 8 Stunden an und damit die längste Etappe der gesamten Tour. Deshalb hieß es entgegen der sonstigen Gepflogenheiten bereits um 6 Uhr aufzustehen und nach dem Frühstück um 6.30 Uhr um 7.15 Uhr loszumarschieren. Dieses Teilstück des Dolomiten-Höhenweges Nr.1 versprach nach dem Führer die eindruckvollste Strecke zu werden, auf der das Civetta-Massiv auf der nördlich vorgelagerten Höhenrampe umwandert wird. Leider hatte das Wetter über Nacht umgeschlagen. Nachdem es am Tage zuvor noch strahlend blauen Himmel und Sonne satt gegeben hatte, war morgens beim Blick aus dem Rif. Adolfo Sonino al Coldai nur Nebel auszumachen. Auch die Hoffnung, daß die Sonne darüber im Laufe des Tages den Nebel vertreiben würde, trog. Aber es blieb uns ja nichts anderes übrig als weiter zu wandern. Wir steigen in 10 Minuten hinauf in die Forcella Coldai auf 2191 m, von wo aus wir einen ersten Blick auf die NW-Wände der Civetta-Türme und auf den 50 m tiefer gelegenen Lago Coldai haben sollten. Doch der Nebel verwehrte uns die Aussicht und nur ab und an konnten wir einen Ausschnitt des Panoramas erhaschen. Wir spazieren im Linksbogen um den See herum. Der Weg führt weiter auf einer balkonartigen Rampe 1000 m über dem Cordevole-Tal zu Füßen der über 1000 m hohen Civetta-NW-Wand, durchquert ein kleines Geröllkar und führt in die Forcella di Col Negro (2203m). In steilen Kehren geht es dann hinunter ins Val Civetta. Die Abzweigung zum Rif. Tissi lassen wir rechts liegen, obwohl es als eine der schönstgelegenen Dolomitenhütten gerühmt wird. Der herrliche Rundblick von dort ist heute ohnehin durch Wolken und Nebel verhangen. Im Führer ist nachzulesen welche Berge und Wände wir hätten sehen können, wenn ... Wir gelangen zu einem grünen Wiesenboden mit den verfallenen Mauern des Cason di Col Rean (1895 m). Dieses liebliche Almgelände bildet einen Kontrast zu der strengen Szenerie der Felsformationen. Wir durchwandern die Latschenzone und gelangen dann in den hellgrünen Lärchenwald. Auf breitem Weg erreichen wir gegen 10.30 Uhr das Rif. Mario Vazzoler. Unterwegs hatte es schon zu tröpfeln begonnen, nun begann es zu donnern und blitzen und heftig zu regnen. Jetzt stellte sich heraus, wie richtig die Entscheidung war nicht zum Rif. Tissi zu aufzusteigen. Wir beschlossen nun eine Pause zu machen und das Gewitter abzuwarten. Ein Mittagessen und das bewährte UNO-Spiel in verschärfter Form verkürzten die Wartezeit. In der Hütte lag der neueste Wetterbericht aus, der für Freitag und Samstag noch schlechteres Wetter vorhersagte. Trotz einiger Sonnenstrahlen nach Ende des Gewitters entschlossen wir uns die Tour abzubrechen und um 13.30 Uhr nach Listolade rund 1000 m abzusteigen. Dies war eine harte Entscheidung, welche aber durch die Wetterentwicklung am nächsten Tag ebenfalls in ihrer Richtigkeit bestätigt wurde. Wir übernachteten alle in der Albergo Monte Civetta. Alle? Nein, unserem Führer Hebby gelang es nach mehreren vergeblichen Versuchen eine Handy-Verbindung herzustellen, letztendlich doch seinen Chauffeur Elvira herbeizurufen, um ihn wieder zum Urlaubskontrastprogramm nach Venedig zurück zu holen.
7. Tag: 31. August 2001
Die Nacht in Listolade war regenreich und schwarz, wie der Kaffe zum Frühstück. Wir waren jetzt ganz sicher, am Vortage die richtige Entscheidung zum Abbruch der Tour getroffen zu haben. Die Busfahrt zurück nach Toblach, mit Umstieg in Cortina, verlief glatt - sofern man darüber hinwegsah, daß die junge Fahrerin den Bus wie einen Fiat Punto über die Bergstrecke jagte und auf der Strecke nach Toblach bei strömendem Regen die Scheibenwischer versagten. In Toblach warteten neben unseren Pkw’s auch einige Geschäfte, in denen wir uns mit Schüttelbrot und Schinken versorgten, bevor wir gegen 11 Uhr die Rückfahrt antraten. Shopping in Italien, Mittagessen in Österreich, Kaffee in der Schweiz waren die ‘high lights’ der Vier-Länderfahrt, welche wir gegen 20 Uhr in Freiburg abschlossen. Unerwähnt soll nicht bleiben, daß Peter seine Schuhspanner, mit Umweg zum Pragser Wildsee wieder suchte und fand. Auch ihnen hatte der Ortswechsel in diesen sechs Tage gut getan.
Es war eine tolle Woche, in der alles stimmte. Wir werden viele Eindrücke in bester Erinnerung behalten -und das noch fehlende Wegstück bei zukünftigen Routenplanungen berücksichtigen. Auch trotz Abkürzung des Programms war es eine wunderschöne Tour mit 5-tägigem Kaiserwetter. Hebby sei herzlich gedankt für die Organisation und umsichtige Führung und seinen “3 Mädchen” für die Freistellung vom Urlaub.
Ger-Ort-Hei-Ang-Car-Pet (o.R.)
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1. September 2009
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