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Am Samstag morgen, mitten in der Nacht (05.00 Uhr) trafen sich die verwegenen 8 und ihr „Leitwolf“ Herbert vor dem PSV. Schnell
waren Ute, Heinrich, Damian, Meike, Laura, Julia, Annette und Roland auf die beiden Autos verteilt und los ging es. Während alle außer Herbert und Roland ihr Defizit an Schlaf aufholen konnten,
ging es zügig über den Schwarzwald, die Schweiz nach Österreich.
Nachdem wir unseren „Eintritt“ am Beginn der
Silvrettahochalpenstraße entrichtet hatten ging es steil in Serpentinen hoch zur Bielerhöhe. Das Jungvieh hatte es sich teilweise auf der Straße bequem gemacht, was unseren drei
Kindern Julia, Damian und Laura natürlich ausnehmend lustig fanden.
Auf der Bielerhöhe in 2036 m Höhe waren schnell die
„vorgeschriebenen“ Klamotten angezogen und die empfindlichen Körperstellen mit Sonnencreme geschützt. Außer Roland der es leider unterließ seine Waden einzucremen, was er später bereuen sollte.
Kurz auf die Wanderkarte geschaut und los ging es. Schnell
hatten wir uns entschieden (oder war es Herbert der es entschied) „normale“ Wege kann ja jeder nehmen, wir nehmen den etwas steileren Einstieg in Richtung Radsattel und hier begann dann die
Mähr vom, nach der nächsten Ecke haben wir es. Während des ersten Anstieges haben sich dann einige gefragt, was sie denn da eigentlich machen, denn in der Sonne liegen im
eigenen Garten oder einem Schwimmbad wäre dann doch sehr schön. Langer Rede kurzer Sinn, nach der ersten Rast
ging es frohen Mutes weiter und unsere Jüngsten waren immer gut bei der Sache, besonders Laura stellte sich als wahre Bergziege dar. Mit sicheren Schritten erklomm sie Meter um Meter den Berg.
Kurz vor dem Aufstieg zum Bergsattel schluckte Herbert dann doch etwas,
denn wider erwarten lag hier eine Unmenge Schnee und dies sollte die Tour dann zum Abenteuer machen.
Um unsere beiden Jüngsten nicht zu verlieren, haben wir beide kurz
entschlossen angeleint und so gingen Damian und Julia an der lange Leine, was ihnen viel Spaß machte, auch wenn der Aufstieg schwerer war als wir alle erwartet hatten. Nach einiger Anstrengung hatten wir dann auf 2697 m
den Radsattel erreicht und wieder eine wohl verdiente Pause eingelegt. Herbert hat uns dann gefragt, ob denn keiner Lust habe mal „schnell“ zum
Hohen Rad aufzusteigen. Nein er wurde nicht gesteinigt, doch müssen einige von uns doch sehr erstaunt geschaut haben, denn er hat nicht noch einmal gefragt.
Nach dem Radsattel so Herberts weiteren Ausführungen nur noch den
Abstieg und wir sind dann schon bei der Wiesbadner Hütte. Also frisch auf und losgegangen. Es kamen noch ein Paar Schneefelder und wir hatten
freie Fahrt. Doch nun ging das „Eckenspiel“ los. Nur noch die eine Ecke und ihr könnt die Hütte schon sehen. Laura und Julia begangenen dann zu
zählen und es war dann die 7 Ecke als wir dann doch die Wiesbadener Hütte zu sehen bekamen.
Herrlich unterhalb des Piz Buin lag sie und nachdem wir unser Nachtlager
bezogen hatten wurde erst einmal die dortige Küche geplündert. Nachdem alle satt waren kam Herbert mit seinen unseligen „Intelligenzspielen“. Die
verteufelte Holzkiste und schließlich die „Eisbärenprüfung“. Annette hatte es sehr schnell raus und Meike folgte ihr, auch Julia mit ihren 7 Jahren hatte den Dreh bald raus. Nur Roland fand den Dreh zur allgemeinen Belustigung
nicht. So sehr er sich den Kopf auch zerbrach, die Lösung wollte sich nicht einstellen. Für alle die die Eisbärenprüfung noch nicht kennen, eine Warnung:
Herbert kennt kein Grüß Gott alle sind einmal dran.
Nach gutem Essen und einem guten Glas österreichischem Wein ging’s dann ins
Bett.
Nachdem am nächsten Morgen alle ausgeschlafen hatten, und spätestens bei dem Sau kalten Wasser waren es dann wirklich
alle ging es ab zum Frühstück. Nach dem Frühstück ging es noch um die Entscheidung: „Kurz“ rauf zum Gletscher, oder Abstieg zum Silvrettasee und zu den Autos. Alle Kinder hatten mehr Lust
zum Abstieg als nach dem vorigen Tag noch mal ins Eis und in den Schnee zu gehen, also ging es abwärts.
Auf dem Weg ins Tal nach einigen Murmeltierbeobachtungen und
herrlichen Pflanzenfotos von Herbert (der Mann ist mit 40 Computerdisketten unterwegs gewesen), legten wir eine Rast ein und wollten dem dortigen Bach einen anderen Verlauf geben. Trotz großer
Anstrengungen unserer Baumeister wollte dieses Vorhaben jedoch nicht gelingen, denn zum einen war das Wasser „saumässig“ kalt und zum anderen wollte das Wetter auf einmal nicht mehr so wie
wir. Hatten wir am Tag zuvor herrlichen Sonnenschein, begann es auf einmal zu tröpfeln. Also war „Abbruch“ die Devise und weiter in Richtung Autos.
„Unten“ am Silvrettasee angekommen ging es noch rund um den
See und umso näher wir den Autos kamen umso mehr Spaziergänger kamen uns entgegen. Bei jeder Rast hatten wir aber den herrlichen Blick zurück auf die Leistung des
vorangegangenen Tages und wir waren berechtigt alle stolz auf uns und wir waren stolz auf unsere drei „Jungwanderer“ die alles geschafft und mitgemacht hatten.
Nur Herberts Worten hatten sie keinen rechten Glauben mehr
schenken wollen, denn wenn er sagte „gleich nach der nächsten Ecke“ kam einstimmiges Protestgeheul. Alle waren sich nach Abschluss der Tour aber einig es war wunderschön und es war ein
herrliches Erlebnis und wir werden es alle nicht zu letzten Mal genossen haben.
Wir kommen wieder und auch beim nächsten Mal werden wir die
„Ecken“ zählen, Herbert.
Roland Zaubitzer
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