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Die besten Klimabedingungen für die Besteigung des Kilimanjaro findet man in den sogenannten “Trockenzeiten” von Mitte Dezember bis Anfang
März und von Juni bis September. Das Wetter am Bergmassiv ist dennoch unberechenbar und kann sehr schnell wechseln - wir bekamen das auch zu spüren.
Beim Aufstieg haben wir sämtliche Klimazonen unserer Erde durchwandert. Was man sonst auf der Erde nur über eine Entfernung von rund 10.000
km findet, erlebt man hier auf einer Strecke von knapp 20 km. Dabei ist ein Temperaturspektrum von + 30° C am Fuße des Berges bis zu - 20 ° C am Gipfel keine Seltenheit.
Kulturzone (800 m - 1.800 m)
Sie liegt unmittelbar unterhalb des Regenwaldes und bietet den Bergbewohnern einen fruchbaren Boden und ideale Klimaverhältnisse für
Ackerbau und Viehzucht.Gute Beispiele dafür sind die bewirtschafteten Berghänge nördlich von Moshi oder rund um Marangu. Die Tage sind heiß und die Nächte oft kühl bis kalt. Moskitos findet man aufgrund der kühlen Nächte kaum bis gar nicht. Das ganz
Jahr über gibt es kleine Regenschauer, die den boden freucht und fruchtbar halten.
An den Hängen des Kilimanjaro werden vorwiegend Kaffee (wir waren
in der Kilimakyaro Lodge mitten in einer Kaffee-Plantage von Tschibo), Bananen, Mangos, Mais, Bohnen, Kartoffeln, Kohl und Tomaten angebaut. Die Tierwelt mit
Hunden, Katzen, Hühnern, Rindern und Ziegen ist ähnlich wie hier in unseren Breitengraden. Hierzu kommen noch eine Vielzahl von Vögeln und diverse Primatenarten (Affen).
Der Regenwald (1.800 m - 2.800 m)
Die Regenwaldzone i st für Menschen und Tiere die wichtigste Zone am Berg. Der Wald ist neben den Gletschern das
Wasserreservoir der gesamten Region und bietet rund 80% aller Pflanzen- und Tierarten am Kilimanjaro ein Zuhause. Die Bergbewohner nutzen das Holz des Waldes für Feuer und das Grundmaterial für Werkzeuge, Möbel und
Gebrauchsgegenstände.
Weit über tausend Pflanzen kommen im Regenwald als endemische (nur hier
beheimatete) Arten vor. Am häufigsten trifft man auf Moose, Flechten, Farngewächse und hohe Laubbäume vieler e uropäischer und afrikanischer Familien. wir fanden sehr
häufig die orange-leuchtende Springkrautblüte und ihre violette Cousine. Nahe der oberen Waldgrenze kommen erste Erica-Baumheiden und mannshohe Lobelien hinzu. Die Tierwelt ist
kunterbund gemischt, lässt sich aber nur selten sehen. Es gibt unzählige Vogelwarten sowie kleine und große Säugetiere. In Erscheinung treten häufig schwarzweiße Mantelaffen oder Meerkatzen. Im Allgemeinen beherbergen die Nordhänge des Kilimanjaro (in der
Umgebung der Rongai-Route) durch die Nähe zum kenianischen Amboseli-Nationalpark weitaus mehr Säugetiere als die West-, Süd- und Ostseite.
Heide- und Moorland (2.800 m - 4.000 m)
Sobald der Regenwald lichter und niedriger wird, beginnt die Heide- und Moorlandzone. Hier gibt es häufig zwei
bis zu zehn Meter hohe, oft mit Bartflechten behängte, Erica-Bäume. Die Landschaft wirkt auch die die häufige Nebelbildung wie eines Landschaft aus dem Spielfilm “Herr der Ringe”. Mystisch und unheimlich mutet deshalb der Eintritt in diese
Bergzone an. Weiter oben dominiert dann eine Graslandschaft mit Erica-Büschen, Gräsern und Philippia-Sträuchern. Eine besondere Augenweide sind die gelb-roten Fackellilien und die massigen, bis zu zehn Meter hohen
Senecien oder Riesenkreuzkräuter, deren abgestorbene Blätter als Wasserspeicher und Frostschutz dienen.
Oft kommt es zu kurzen, heftigen Regenschauern, nach denen der Boden dann dem
Namen “Moorlandszone” alle Ehre macht. Durch die mittlerweile befestigten Wegen trifft man allerdings nur noch selten auf Moore und Wasserlöcher. Die Temperaturen können am Tage heiße 30° C bieten und nachts schnell unter den Gefrierpunkt fallen.
Alpine Wüste (4.000 m - 5.000 m)
Nachdem sich die meisten Pflanzen und Gewächse auf einer Höhe von etwa 4.000 Metern verabschiedet haben, beginnt die karge und fast
lebensleere Steinwüste. Lediglich hartnäckige Gräser oder Blumen wie die Alpen-Gänsekresse trifft man noch vereinzelt an.
Diese Region wird beherrscht von kühlen Bergwinden (um 0° C bis - 10° C) sowie von
Regenschauern und vielen staubigen Passagen mit kleineren “Sandstürmen”. Die UV-Strahlung nimmt in der Höhe gewaltig zu, hier heisst es aufgepasst und sich schützen. Die Abend- und
Nachttemperaturen fallen garantiert unter den Gefrierpunkt. Es wird bitterkalt. Die Umgebung bietet such für kleinere Tiere keinen Lebensraum und keine Nahrungskette mehr. Lediglich
einige Insekten- und Spinnenarten sowie Mäuse lassen sich hier noch finden.
Gipfelzone (über 5.000 m)
Ab hier kann es zu Schneefall, eisigen Winden uns extrem absinkenden Nachttemperaturen kommen, die nicht selten bei -
10°C und darunter liegen (trotz der Nähe zum Äquator). Die Umgebung ist regelrecht lebensfeindlich und bietet keinerlei Schutz. Bis auf eine handvoll Gräser finden sich keine Pflanzen mehr und das Gesamtbild ist ein einheitliches, tristes Grau. Es
versteht sich von selbst, dass auch Tiere in dieser Höhe nicht existieren können.
Es gibt zwar immer wieder Geschichten über gesichtete Leoparden oder gar Elefanten, aber nachweisbar ist davon
das Wenigste. Eine der interessantesten Geschichten ist die des britischen Bergsteigers Dr. Donald Latham. Er fand im Juli 1926 am Kraterrand, nahe des Gilman’s Point, auf gut 5.700 m Höhe einen mumifizierten Leoparden, was
mit Fotos belegt ist. Der Fundort ist heute als “Leopard Point” auf den Landkarten markiert.
Höhepunkte der Gipfelzone sind aber zweifellos der Reusch-Krater und das ewige Eis, das mit über 15 benamten
Gletscheren beeindruckt und auch heute noch eine beachtliche Fläche von gut 2 km² bedeckt.
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