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Die Stadt liegt besonders reizvoll auf Anhöhen, an denen der Gemil
entlang fließt und zwischen denen sich der Rio Darro hindurchwindet. Die Alhambra , der Generalife, das malerische Viertel von Albaicin mit
seinen Höhlen, in denen Zigeuner leben und tanzen: das alles lockt den Reisenden unwiderstehlich an. Ein spanisches Sprichwort sagt: „Wer Granada nicht gesehen hat, hat nichts gesehen“.
Granada liegt auf 676 m ü.M. und teilt sich in drei Stadtviertel: Albaicin
im Osten und Zentrum der alten arabischen Stadt, das christliche Viertel im Süden (durch den Cerro del Sol, auf dem die Alhambra steht, getrennt) und das moderne Stadtviertel im Westen.
Auf ihrem steilen Felsen beherrscht die Alhambra das weite Tal von Granada, hinter und über sich nur die
weißen Gipfel der Sierra Nevada. So kennt man das Bild der Alhambra, die schon seit den Schilderungen des Amerikaners Washington Irving im frühen 19. Jahrdundert ein begehrtes Reiseziel ist.
Das historische Granada hat zwei
gegensätzliche Pole: Die Alhambra oberhalb und die Kathedrale in der Stadt, vielbesucht die eine, nicht minder bedeutsam die andere. Denn dort in der Capilla Real (Königliche
Kapelle) sind die Sieger von Granada, die Katholischen Könige Ferdinand und Isabella, ihrem Testament gemäß, zur letzten Ruhe gebettet. Der spanische Sieg von 1492 war der entscheidende
Wendepunkt in der Geschichte dieser Stadt, die vorher eine maurische Hochburg war und danach sehr span isch-katholisch geworden ist.
Die Iberer, Römer und Westgoten haben auch hier Spuren
hinterlassen. Als maurische Gründung erlebte Granada seine Glanzzeit erst am Ende der islamischen Herrschaft in Südspanien, als sich unter
dem Druck der Reconquista schließlich nur noch die Nasriden-Dynastie von Granada halten und den aus anderen Landesteilen vertriebenen Moslems Zuflucht bieten konnte.
In ihrem schönsten und
spätesten Teil einschließlich des Löwenhofs entstand die Alhambra erst in den Jahren 1354-91, als die Stadt unter Sultan Mohammed V. –
zeitweise im Frieden mit Kastilien – eine Blütezeit erlebte und rund 400.000 Einwohner zählte. Nach der Eroberung von 1492 bauten die Spanier Kirchen und Paläste, vor allem aber als
Monument ihres Sieges die Kathedrale. Der Habsburger Kaiser Karl V. ließ außerdem neben der Sultansresidenz der Alhambra einen 1526 begonnenen Renaissance-Palast erbauen, den er
jedoch nicht bewohnt hat. Auch eine Kirche und ein Kloster – heute ein Parador – wurden neben der Alhambra errichtet. Diese Bauten demonstrieren die Dominanz der Sieger, die damit
jedoch im kulturellen und künstlerischen Vergleich offensichtlich nichts Ebenbürtiges zustande gebracht haben. Das Interesse der meisten
Besucher Granadas konzentriert sich zunächst auf die Alhambra, die sich in die folgenden vier Abschnitte gliedert:
Alcazaba:
die beherrschende Stellung über der Stadt nimmt die Alcazaba (Festung) mit ihrem mächtigen Eckturm ein, dessen Höhe einen Rundblick auf die Stadt sowie auf die Gipfel der Sierra Nevada e rmöglicht.
Palast Karls V.
: Der Weg zum Sultanspalast, der eigentlichen Alhambra an der Nordseite des Berges, führt am Palast Karls V. vorbei, der als äußeres
Quadrat einen runden Innenhof umschließt und ein Museum Spanisch-Moslemischer Kunst beherbergt .
Sultanspalast
: der maurische Königspalast sieht äußerlich eher unscheinbar aus, entfaltet seine ganze Schönheit jedoch in den Räumen und Höfen mit dem Löwenhof (Patio de los Leones)
als einzigartigen Höhepunkt. In der Wasserfläche des Myrtenhofes spiegelt sich der zentrale Turm des Palastes (Torre de Comares) in dessen hohem Thronsaal der Sultan
Audienz hielt und Botschafter empfing: daher wir er jetzt Botschaftersaa l (Sala de lo Embajadores) genannt.
Generalife
: Durch schöne Gärten führt ein sehr reizvoller Spaziergang zu dem kleinen Sommerpalast, dessen heiter-intimer Innenhof mit seinen Wasserspielen und seiner Blütenpracht einen weiteren
Höhepunkt bietet.
Im Stile der Kathedrale in der
Stadt vermischt sich die späte Gotik des Baubeginns von 1523 mit der frühen Renaissance, die vor allem in dem sehr hohen, fünfschiffigen Innenraum dominiert. Über dem Altar wölbt sich
45 m hoch die Kuppel der Capilla Mayor, durch deren Fenster viel Licht die Raumwirkung steigert. Die Kunstschätze in den einzelnen Kapellen und in der Schatzkammer der Kathedrale sind beträchtlich. In der
Königskapelle mit den Grabdenkmälern der Katholischen Könige liegen in der Vitrine der Sakristei Isabellas Krone und Zepter neben dem Schwert Ferdinands.
In der lebhaften
Innenstadt ist die Kathedrale von engen Straßen umgeben, zu denen die stimmungsvoll e
Händlergasse „La Alcaiceria“ mit Souvenierläden und die Plaza „Bib-Rambla“ als gute Stube des Stadtkerns gehören.
Den schönsten Blick auf die Alhambra bietet die Terrasse der Kirche San Nicolas auf der Anhöhe Albaicin, der alten Vorstadt mit engen
Gassen und kleinen andalusischen Häusern. Man erreicht die Kirche am besten von oben her, wo die Landstraße nach Guadix und Murcia am Berg entlang die Stadt verläßt. Schöner ist
allerdings ein Bummel durch die engen Gassen von der Gran Via de Colón hinauf. Hinter vielen der weißgekalkten Fassaden verbergen sich blumenreiche Innenhöfe.
Dort oben am Berg befinden sich auch die Höhlen- wohnungen der Zigeuner vom Sacromonte, von denen einige als Flamencolokale für
Touristen hergerichtet sind und mit viel Stimmung betrieben werden..
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