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“ Mezquita” (Moschee) heißt noch immer jenes einzigartiges Gotteshaus von Córdoba, wo in die weitläufige Bethalle der einstigen Moschee eine
Renaissance-Kathedrale hineingebaut worden ist. Im Stadtbild von Córdoba vereinigt sich dieses islamisch-christliche Bauwerk mit der Römischen Brücke, die davor den Guadalquvir überspannt.
Dieses Bild führt die mehr als 2000jährige Geschichte vor Augen und fordert viele Besucher zum näheren Kennenlernen heraus.
Auf dem Boden einer iberischen Siedlung hatten die Karthager eine Stadt gegründet, die sie an die Römer verloren, die aus ihr 206 v.Chr. ihre
Provinzhauptstadt Corduba machten. Julius Caesar begann hier seinen Aufstieg zunächst als STeuerbeamter und dann als Stadthalter. Nach dem maurischen Sieg über die
Westgoten von 711 ließ Emir Abd ar Rahman I in nur 11 Monaten die 11 schiffige Moschee errichten. Er entstammte der in Damaskus gestürzten Kalifen-Dynastie der Omaijaden und war als einziger Überlebender seiner Familie auf abenteuerliche Weise
nach Andalusien entkommen.
Diese Abstammung veranlasste seinen Nachfolger 929 in Córdoba die höchste Würde islamischer Herrscher, das Kalifat, zu
proklamieren und die Stadt zur prunkvollen Kalifenmetropole auszubauen. Zahlreiche Moscheen und Paläste wurden errichtet. Etwa 8 km westlich der Stadt entstand in Medina Azahara der große Kalifenpalast, von dessen Pracht die dort
empfangenen Botschafter europäische Mächte sehr beeindruckt berichteten. Heute lassen selbst die ausgeplünderten Ruinen die Großartigkeit der seit fast 1000 Jahren zerstörten Anlage erkennen. In der
Glanzzeit des Kalifats zählte Córdoba etwa 800.000 Einwohner, deren Hauptmoschee stufenweise bis zu den heutigen Ausmaßen vergrößert wurde. Rivalenkämpfe beendeten nach einem Jahrhundert 1031 die
glanzvolle Hochkultur des Kalifats von Córdoba. Nach mehrfachen
Versuchen gelang den Königen von Kastilien 1236 die endgültige Einnahme der Stadt. Während des Feldzuges gegen Granada war Córdoba die Residenz der Katholischen Könige Ferdinand und Isabella, die hier 1491 Christoph Kolumbus seine abenteuerliche
Atlantikreise genehmigten. Mit den neuen Zentren des König- und Kolonialreiches in Madrid und Sevilla vollzog sich der Abstieg Córdobas.
Im “Alcazar der Katholischen Könige” sind mehrere römische Mosaiken sehenswert. Die Gärten der Burg laden zum Ausruhen ein. Beim Betrachten der heiteren Wasserspiele kann man
sich kaum vorstellen, dass früher hinter den teils noch maurischen Mauern die Inquisition ihr blutiges Handwerk betrieb.
Die Mezquita - die Sehenswürdigkeit schlechthin. Die Gesamtanlage hat einen Grundriß von 175 x 134 m. Ein Drittel davon nimmt der Orangenhof ein. Das zum
Glockenturm umgebaute einstige Minarett erhebt sich über der Nordfront des Komplexes. Im Innern trägt der eindrucksvolle Wald von 856 Säulen mit
ihren rotweißen Hufeisenbögen die weitläufige Halle, deren Höhe von nur 10,5 m sich im Halbdunkel der 18 Schiffe verliert. In das Zentrum der gleichförmig wirkenden Säulenhalle haben spanische Baumeister des 16. Jahrhunderts eine weit höhere Kathedrale hineingestellt, deren
Stil der Spätgotik und Renaissance einen offenbar
absichtsvollen Kontrast zur Moschee bildet.
In einem nördlichen Halbkreis ist die Kathedrale von eng verschachtelten kleinen Häusern, schmalen Gassen voller Geschäfte
und malerischen Innenhöfen des ältesten Stadtkerns umgeben. Die in einem hübschen Platz endende Calleja de las Flores (Gasse der Blumen) ist ein typisches Beispiel.
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